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Press Release

Sichtbarkeit schafft Wandel

Gepostet am September 28, 2026
A pile of mixed kitchen scraps including fruit and vegetable peels, an orange slice, and eggshells.
  • Deutlicher Rückgang: Die dokumentierte Menge an weggeworfenen Lebensmitteln sank um 16 %, der vermeidbare Anteil sogar um 27 %. Bliebe der beobachtete Rückgang der gesamten Lebensmittelabfallmenge über ein Jahr bestehen, entspräche dies einem Reduktionspotential von etwa 4,9 kg pro Person.
  • Weniger verdorbene Ware: Besonders bei Obst und verschimmelten Lebensmitteln war im Messzeitraum ein signifikanter Rückgang zu erkennen.
  • Ganzheitliche Lösung gefordert: Um Lebensmittelverschwendung dauerhaft zu stoppen, braucht es einen multifaktoriellen Ansatz – von der Stärkung der Motivation über bessere Einkaufsbedingungen bis hin zu Alltagswissen.

Berlin, 28. September 2026 – Lebensmittelabfälle im eigenen Zuhause sichtbar machen und effektiv reduzieren: Das war das Ziel der bundesweiten Aktion „Miss mit!“ im Rahmen der Zu gut für die Tonne! App des Bundesernährungsministeriums, durchgeführt unter anderem in Kooperation mit Too Good To Go. Die Technische Universität Berlin und Slow Food Deutschland begleiteten im Rahmen des Dialogforum Private Haushalte 2.0-Projekts, gefördert vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), insgesamt 222 Haushalte. Die Haushalte dokumentierten mittels Küchentagebuch ihr Abfallverhalten über zwei 7-tägige Messphasen und erhielten praktische Alltagstipps. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse für fundierte Handlungsempfehlungen.

Die Ergebnisse im Detail

  • Klar messbarer Effekt: In der zweiten Tagebuchphase dokumentierten die Haushalte im Durchschnitt weniger Lebensmittelabfälle als in der ersten. Die Auswertung zeigt einen Rückgang von 16 % bei den gesamten Lebensmittelabfällen und sogar ein beeindruckendes Minus von 27 % beim vermeidbaren Anteil. Bliebe der beobachtete Rückgang der gesamten Lebensmittelabfallmenge über ein Jahr bestehen, entspräche dies einem Reduktionspotential von etwa 4,9 kg pro Person.
  • Frischeprodukte im Fokus: Ein besonderer Erfolg ist, dass die Teilnehmenden im zweiten Messzeitraum deutlich weniger verdorbene bzw. verschimmelte Lebensmittel erfassten. Getreideprodukte, Brot und Backwaren blieben hingegen mit etwa 13 % weitgehend unverändert und bilden damit weiterhin eine zentrale Herausforderung bei der Restevermeidung.

Bewusstsein und Umfeld als Treiber für den Wandel

Die Aktion hat gezeigt, dass die aktive Auseinandersetzung mittels des kurzfristigen Messens und der Erhalt von einfachen Tipps mit einer positiven Entwicklung der Einstellungen der Teilnehmenden einhergingen. Viele fühlten sich stark motiviert, weniger Essen zu verschwenden. Auch im sozialen Umfeld zeigten sich positive Veränderungen: Unterstützung und Erwartungen von außen wurden im Aktionszeitraum stärker wahrgenommen.

Multifaktorieller Ansatz für langfristigen Erfolg

Um den Wandel dauerhaft bei den Teilnehmenden und in der Gesellschaft zu verankern, ist ein ganzheitlicher Ansatz nötig, der folgende drei Hebel gleichzeitig bedient:

  • Motivation stärken: Schaffung eines Bewusstseins, dass die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung eine der wichtigsten Maßnahmen ist, um den Klimawandel einzudämmen (Project Drawdown, 2020), den weltweiten Süßwasserverbrauch um 25 % pro Jahr zu senken (WWF, 2024) und das Haushaltsbudget merklich zu entlasten.
  • Möglichkeiten schaffen: Plattformen zur Lebensmittelrettung, wie Too Good To Go, oder Sharing-Angebote aktiv in den Alltag einbinden, im Supermarkt bewusst nach reduzierten Produkten Ausschau halten und Einkaufsmengen gemäß dem eigenen Alltag planen.
  • Praxiswissen aneignen: Produkte auch nach Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums mit den eigenen Sinnen „Schauen, Riechen, Schmecken“ überprüfen und so unnötigen Abfall vermeiden. Brot am besten im Keramiktopf lagern, Äpfel im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks, während Tomaten lieber draußen bei Zimmertemperatur liegen.

„Sobald Menschen sehen, was täglich im Müll landet, ändert sich das Verhalten schlagartig. Aber reines Wissen genügt nicht – es braucht Alltagstauglichkeit“, sagt Katharina Hauke, Geschäftsführerin von Too Good To Go Deutschland. „Durch die Etablierung von kleinen Routinen kann so eine langfristige Verhaltensveränderung geschaffen werden, mit der man ganz nebenbei im Jahr schnell dreistellige Beträge spart.“

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