Press Release
Lernchancen zwischen den Generationen
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Lernchancen zwischen den Generationen

Der Umgang mit Lebensmitteln wird stark von Gewohnheiten und Erfahrungen geprägt und unterscheidet sich je nach Generation deutlich. Eine repräsentative Umfrage¹ im Auftrag von Too Good To Go unter Österreicher:innen zwischen 18 und 65 Jahren zeigt: Unterschiede im Koch-, Einkaufs- und Wegwerfverhalten bieten großes Potenzial für gegenseitiges Lernen.
So stimmen zwischen 60 und 70 Prozent der Befragten zu, dass Generationen voneinander lernen können, wenn es um einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln geht. Foodtrend-Forscherin Hanni Rützler sieht darin eine Besonderheit:
„Dass sich die verschiedenen Generationen in Österreich hier so einig sind, ist bemerkenswert und zeugt von Interesse und einer großen Offenheit für das Thema“.
Besonders großes Lernpotential zeigt sich durch deutliche Unterschiede beim Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), bei Einkaufsgewohnheiten sowie bei der Nutzung digitaler Angebote.
Wenn Erfahrung auf neue Ideen trifft
Die Umfrage zeigt, dass jede Generation eigene Stärken im Umgang mit Lebensmitteln mitbringt. Besonders deutlich wird das beim Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD).
Mehr als 70 Prozent der 42-65-Jährigen geben an, Lebensmittel zunächst anhand von Geruch, Geschmack und Aussehen zu prüfen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. 12 Prozent der 54–65-Jährigen verwenden abgelaufene Lebensmittel sogar ohne Prüfung weiter. Entsprechend selten landen Lebensmittel bei älteren Befragten im Müll: 90 Prozent der 54–65-Jährigen geben an, nie oder nur gelegentlich Lebensmittel wegzuwerfen.
Bei jüngeren Generationen zeigt sich ein anderes Bild: 35 Prozent der 18–29-Jährigen und 31 Prozent der 30–41-Jährigen geben an, abgelaufene Lebensmittel grundsätzlich oder meistens - ohne vorherige Prüfung - zu entsorgen.
Foodtrend-Forscherin Hanni Rützler ordnet dieses Ergebnis als bemerkenswert ein: „Dass so viele Menschen angeben, Lebensmittel nie wegzuwerfen, ist tatsächlich überraschend“, erklärt sie. Besonders positiv bewertet sie, dass ein Großteil der älteren Befragten Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten haben, mit ihren eigenen Sinnen prüft. Hier zeigt sich laut Rützler ein deutlicher Generationenunterschied: Ältere vertrauen eher auf ihre Fähigkeiten die Frische mithilfe von Aussehen, Geruch oder Geschmack einschätzen zu können, Jüngere weniger.
„Wir sehen, dass vor allem jüngere Menschen ihren eigenen Sinnen hier weniger vertrauen, während ältere Generationen diese selbstverständlich einsetzen.“
Mindesthaltbar heißt nicht automatisch verdorben
Auf diesen Unterschied macht Too Good To Go mit der Initiative „Oft länger gut“ aufmerksam. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist lediglich ein Qualitätsversprechen der Hersteller - viele Produkte sind oft noch Wochen oder sogar Monate länger genießbar.

Um Verbraucherinnen und Verbraucher daran zu erinnern, wurde gemeinsam mit führenden Lebensmittelherstellern das „Oft länger gut“-Symbol entwickelt. Es soll dazu motivieren, sich vor dem Wegwerfen auf die eigenen Sinne zu verlassen: sehen, riechen, probieren.
Jüngere Generation probiert häufiger Neues
Während ältere Generationen stärker auf Erfahrung und Routinen setzen, zeigt sich die jüngere Generation besonders offen für Neues in Bezug auf Konsum und Ernährungsweisen.
So geben 57% der 18–29-Jährigen an, häufig oder sehr häufig neue Rezepte und Ernährungstrends auszuprobieren. Auch alternative Einkaufs- und Bezugsquellen - etwa Onlineangebote oder Lieferdienste - werden von den unter 40-Jährigen häufiger genutzt als von älteren Befragten.
„Die Jüngeren informieren und organisieren sich deutlich stärker mithilfe digitaler Medien - etwa um Lebensmittel zu beziehen oder zu retten“, erklärt Rützler. „Die Älteren vertrauen dagegen mehr ihren Sinnen, greifen lieber zu Bekanntem und sind Neuem gegenüber deutlich weniger aufgeschlossen - gerade in diesem Unterschieden liegt großes Lernpotenzial zwischen den Generationen.“
Kochen und verstärktes Preisbewusstsein verbindet alle Generationen
Trotz unterschiedlicher Gewohnheiten zeigt die Umfrage auch klare Gemeinsamkeiten. Alle Generationen kochen mehrmals pro Woche bis täglich frische Mahlzeiten, und zwischen 70% und 82% der Befragten achten beim Einkauf eher oder verstärkt auf den Preis von Lebensmitteln.
„Wir leben in wirtschaftlich angespannten Zeiten, daher wird auch beim Essen stärker gespart“, erklärt Rützler. „Ältere Menschen planen ihr Budget oft etwas genauer, während jüngere Generationen spontaner einkaufen.”
Gleichzeitig sieht sie in Österreich insgesamt einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln: „Durch die gestiegenen Preise ist die Sensibilität in allen Altersgruppen gestiegen. Damit einher geht aber auch eine höhere Wertschätzung.“
Nachhaltig geniessen und gleichzeitig sparen
Gerade in Zeiten steigender Lebensmittelpreise kann ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln finanziell entlasten. Etwa durch Vertrauen in die eigenen Sinne beim Mindesthaltbarkeitsdatum oder durch neue Einkaufswege, die helfen Geld zu sparen und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.
Die Studie offenbart Unterschiede bei den Einkaufsquellen: Während die 54-60 Jährigen vor allem im konventionellen Supermarkt einkaufen, nehmen die Jüngeren häufiger unterschiedliche Angebote wahr. Auch die Bereitschaft zu Online-Käufen oder alternativen Angeboten nimmt mit zunehmendem Alter ab. Foodtrend-Forscherin Hanni Rützler sieht hier auch einen strukturellen Faktor:
„Österreich hat im europäischen Vergleich eine besonders hohe Supermarktdichte. Das spiegelt sich auch im Verhalten wider - viele Menschen beziehen ihre Lebensmittel weiterhin hauptsächlich über den klassischen Supermarkt und bleiben bei ihren gewohnten Einkaufsroutinen.“
Gerade deshalb können alternative Wege eine spannende Ergänzung sein. Apps wie Too Good To Go ermöglichen es beispielsweise, überschüssige, aber noch einwandfreie Lebensmittel aus Gastronomie und Handel zu einem günstigeren Preis zu retten. Gleichzeitig bieten die Überraschungssackerl die Möglichkeit, neue Produkte kennenzulernen oder beim Kochen neue Rezepte auszuprobieren.
Auch darin sieht Rützler Potenzial: „Nicht überraschend ist, dass rund die Hälfte der Befragten nur gelegentlich Neues ausprobiert. Viele haben ihre festen Rezepte und Essgewohnheiten im Alltag.“ Neue Einkaufswege oder unerwartete Zutaten können daher eine Inspiration sein, die eigene Küche zu erweitern und gleichzeitig Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.
Über Hanni Rützler
Die Gründerin und Leiterin des futurefoodstudios ist eine der führenden Foodtrend-ForscherInnen Europas. Sie ist dafür bekannt, den Wandel unserer Esskultur umfassend wahrzunehmen, aber auch unscheinbare Veränderungen zu registrieren und richtig einzuordnen. Dabei hat sie nicht nur den deutschsprachigen und europäischen Raum im Blick, sondern weltweite Entwicklungen. Als ausgebildete Ernährungswissenschafterin und Gesundheitspsychologin bewegt sie sich professionell zwischen den Disziplinen und versteht es, verschiedene Erkenntnisse zusammenzuführen und auf überraschende Weise fruchtbar zu machen. Seit 30 Jahren inspiriert sie damit Akteur*innen aus der gesamten Food & Beverages-Branche. In ihren Studien zur Zukunft der Ernährung, in ihrem Foodreport sowie in ihrem neuen Food Context Pilot spürt sie dem Wandel der Esskultur und der Transformation unseres Ernährungssystems nach und versteht nachhaltige Foodtrends von kurzfristigen Moden und Medien-Hypes zu unterscheiden.

1 Repräsentative Appinio-Umfrage im Auftrag von Too Good To Go (10.–17. Februar 2026), n = 500, 10 geschlossene Fragen zum Thema ”Wie Generationen mit Lebensmitteln umgehen”
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Wir arbeiten mit über 180,000 Unternehmen zusammen, die mit uns gemeinsam Lebensmittel vor der Verschwendung bewahren
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